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Patrick Bubna-Litic. Schiele Revisited


Patrick Bubna-Litic. Schiele Revisited 

Am 16.03.2019 feierte die Pashmin Art Galerie die Eröffnung der Soloausstellung Schiele Revistited mit den Werken des österreichischen Künstlers Patrick Bubna-Litic. In der Ausstellung präsentierte Bubna-Litic seine neue Serie der Aktbilder und die besondere Hommage an Egon Schiele.


Im Folgenden ein Auszug aus der Rede der Galeriekuratorin Zahra Hasson:


100 Jahre liegen zwischen den Zeichnungen von Egon Schiele und Patrick Bubna-Litic. 1918 ist das Todesjahr von vier der bedeutendsten Künstler der Wiener Moderne: Der Architekt Otto Wagner, der Universalkünstler Koloman Moser und die Maler Gustav Klimt und Egon Schiele. Alle vier prägten nachhaltig eine Epoche, die mit dem Ersten Weltkrieg zu Ende ging. Schieles schonungslose Beschäftigung mit dem Individuum, mit dem Selbst, war der notwendig Auftakt für das 20. Jahrhundert. Bubna-Litic ist fasziniert vom Expressionismus des österreichischen Meisters und lässt sich davon in seiner eigenen Arbeit inspirieren. ,,Schiele Revisited´´ war ihm eine Herzensangelegenheit. Daher ist nicht verwunderlich, dass Patrick Bubna-Litic sein künstlerisches Jahr 2018 fast ausschließlich dem Künstler Egon Schiele gewidmet hat. Das Ergebnis sind über 100 Zeichnungen und Gemälde; 20 davon zeigen wir hier in dieser Ausstellung.


Bei allen ausgewählten Exponaten steht der Körper- meistens als Akt im Mittelpunkt. So liegt der Focus auf die eigene Person, auf das eigene Leben, auf die eigene Erinnerung, auf die eigenen Gefühle und auch auf diese Produktion, die im Endeffekt aus dem Innersten des Künstlers kommt.


Bubnas Werke sind durch einer harten, konturscharfen Linie gekennzeichnet. Die weichen Körperrundungen werden bei ihm, wie bei Schiele zum Teil ins Eckige übersetzt, wodurch seine Gestalten etwas Ausgezehrtes bekommen. Meist sind die Figuren in reinen Umrisslinien gezeichnet, nur selten ist die innere Form gestaltet, sie hängen oft einfach im Raum ohne einen festen Halt. Schraffuren, die Knochen, Muskeln oder Schatten zeigen, fehlen gänzlich. Die Gesichter besitzen häufig Porträtähnlichkeit und die Geschlechtsmerkmale werden stark betont, indem Scham und Brustwarzen deutlich ausgezeichnet sind. Betrachten wir das Werk Couple – ich nenne es ,,Die Umarmung´´ – genauer, so können wir ein eng nebeneinander liegendes Paar heimlich beobachten. Während die Körper durch klare Konturen deutlich voneinander getrennt sind, vereint sich die Komposition. So nimmt die Hand der Dame am Rücken des Mannes dessen Form an. Sie umarmt ihn. In den Haaren sind beide deutlich voneinander zu unterscheiden. Umarmt liegt das Paar auf einem grauen Untergrund, der hier gleichzeitig den Hintergrund darstellt. Bubna stellt die Körper in einer natürlichen, weniger verzehrten Haltung dar. Denn üblich sind seine Akte ähnlich wie bei Schiele wie auf einem optischen Seziertisch präsentiert, verzerrt, verrenkt oder akrobatisch verbogen.


Bubna-Litic liebt die Kolorierung der Zeichnungen, ohne jedoch die Farbe in Konkurrenz mit der Linie treten zu lassen. Dies löst er einfach in dem er die Linie mit unfehlbarer Sicherheit in Farbe setzt. ### Bubnas unbekleidete Menschen sind nicht nur nackt, sie sind einsam aber selbstbewusst. Als ob Sie in die Kamera blicken würden und dem Betrachter sagen: Hier bin ich.


Tatsächlich malt Bubna-Litic die beständige Frage nach dem Ich. In unserer heutigen Gesellschaft gewinnt das ,,Ich´´ immer noch weiter an Bedeutung. Wir alle kennen es aus Instagram- oder Facebook-Accounts oder Internetauftritten... alles kreist sich eben nur noch um die eigene Person, die eigene Darstellung und der Suche nach der Bestätigung. Wobei Bubna-Litic da doch eben einen Schritt weiter geht und es auf das allgemeine Befinden oder allgemeine Existenzängste Nöte bzw. Bedürfnisse bezieht.


Vereinzelung, Einsamkeit, Verlangen, Nacktheit sind Begriffe, die sowhol bei Egon Schiele als auch bei Patrick Bubna-Litic Akte eine große Rolle spielen.



© Zahra Hasson (Pashmin Art Gallery)

Pashmin Art Gallery








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