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Kunsthalle Osnabrück


Kunsthalle Osnabrück 

Jahresthema 2022: Romantik

Kunsthalle Osnabrück präsentiert Ausstellungsprojekt mit den Künstlerinnen und Künstlern Forum demokratische Kultur und zeitgenössische Kunst, Anna Haifisch, Rosie Hastings/Hannah Quinlan, Gabriella Hirst und Irene Melix.


Die Kunsthalle Osnabrück eröffnet am Samstag, 25. Juni, den ersten Teil des Ausstellungs- und Vermittlungsprogramms „Romantik“. In Zeiten einer Pandemie und des Krieges in der Ukraine fragt die Kunsthalle: Wie steht es mit der Zuversicht und Sehnsucht nach Liebe, Identität und Zugehörigkeit? Das Jahresthema „Romantik“ nimmt dazu in seinem ersten Ausstellungsteil bis 16. Oktober die gleichnamige Kunst- und Literatur-Epoche als Zerrspiegel zur gegenwärtigen Verfasstheit der Gesellschaft zur Hand. Kaum eine andere Epoche hat in Deutschland und Europa mit ästhetischen Mitteln ein kollektives Gefühl zwischen Aufbruch, Nostalgie und Nationalismus geprägt. 


Im Kontext der mittelalterlichen Architektur der Kunsthalle soll analysiert werden, ob das aktuelle Gefühl einer globalen Zerrissenheit mit einem Comeback der Bild- und Sprachwelten der Romantik einhergeht. Der Wald? Die Ruine? Der Künstler im Bett? Was erzählt uns das? Und wie können wir mit den Mitteln der Kunst Widerstand leisten zu Gunsten einer freien Gesellschaft?

Das Programm umfasst unter anderem Einzelausstellungen und für Osnabrück spezifisch realisierte Neuproduktionen der nationalen sowie internationalen Künstlerinnen Hannah Quinlan und Rosie Hastings (Großbritannien), Forum für kulturelle Demokratie und zeitgenössische Kunst (Deutschland), Gabriella Hirst (Australien), Anna Haifisch (Deutschland), Irene Melix (Deutschland), Cemile Sahin (Deutschland) und Andrzej Steinbach (Deutschland). Sahin und Steinbach eröffnen zum zweiten Turnus am 5. November.


Für den Eingangsbereich und den Kreuzgang der Kunsthalle Osnabrück hat die Künstlerin Anna Haifisch mehrere Tisch-Skulpturen und eine neue erzählerische Bildstrecke entwickelt, in der sie den „Artist“ die Stadt Osnabrück entdecken lässt. Anna Haifisch ist Comiczeichnerin und Illustratorin. In ihrem humorvollen und entlarvenden Blick auf unsere Gesellschaft sind die Protagonistinnen und Protagonisten immer als Tiere dargestellt. Bekannt wurde sie mit ihrem gleichnamigen Comic „The Artist“ – einem gebeutelten, dünnen Vogel, der als Spiegel zeitgenössischer Kämpfe im Neoliberalismus gelesen werden kann, aber auch als Abrechnung mit dem Kunstbetrieb und der immer noch präsenten und widersprüchlichen Vorstellung von Kunst als schöpferische und höhere Berufung. ################## Das seit 2014 kontinuierlich erweiterte Archiv lebender und sterbender Pflanzen von Gabriella Hirst macht eine komplexe Geschichte sichtbar, die sich in den an historischen Ereignissen angelehnten Benennungen widerspiegelt. Die für den Hof der Kunsthalle Osnabrück konzipierte Installation „Battlefield“ zitiert die Gestaltung militärischer Exerzierformationen und historischer Gartendesigns und stellt Pflanzenzüchtungen als historisches Erbe und Erinnerungskultur in den Mittelpunkt. Die rund 200 verwendeten Pflanzensorten sind nach berühmten Schlachten, eroberten Gebieten, Generälen oder Waffen benannt worden.


Mit ihren transmedialen Arbeiten in den Bereichen Film, Malerei, Zeichnung und Performance setzen sich Hannah Quinlan und Rosie Hastings mit den soziokulturellen und politischen Strukturen auseinander, die Konservatismus und diskriminierende Praktiken innerhalb und im Umfeld der LGBTQI+-Gemeinschaft verstärken. Für ihre Einzelausstellung in der Kunsthalle Osnabrück haben die Künstlerinnen und Künstler eine neue Installation entwickelt. „Inside“ verbindet Mehrkanal-Soundarbeiten mit Fundstücken in Form von fünfzehn Puppenhäusern, die verschiedene Architekturstile von Wohnhäusern zeigen. Die Häuser stammen aus dem Vereinigten Königreich und sind vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart datiert.


Die Praxis des Forums demokratische Kultur und zeitgenössische Kunst umfasst eine künstlerische Kulturkritik, die die kulturellen Kontinuitäten von Rassismus und Antisemitismus in den Mittelpunkt stellt. Aufbauend auf ihrer kritischen Auseinandersetzung mit romantischen Bewegungen und völkischen Denkweisen wird das Forum für demokratische Kultur und zeitgenössische Kunst zwei neue Video-Arbeiten im installativen Setting der Ruine zeigen, die sich mit den politischen und kulturellen Auswirkungen sowie den Wechselwirkungen von Romantik, Antisemitismus und der Ablehnung der Moderne bis in die Gegenwart beschäftigen. 


Irène Mélix ist bildende Künstlerin mit einem stark aktivistischen Ansatz. In Osnabrück geht sie historischen als auch gegenwärtigen Spuren queerer Begegnungen nach. Während der Projektlaufzeit macht sie immer wiederkehrende Angebote zur kollektiven Teilhabe und zum Miteinander. Auf der Basis einer intensiven Recherche in Archiven, persönlichen Interviews mit Queers aller Generationen und politisch Aktiven wird die Suche nach queerem Leben gemeinsam mit Osnabrückerinnen und Osnabrückern in verschiedene Veranstaltungsformate übersetzt. 


Ergänzt werden die Ausstellungen durch ein umfangreiches Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm. Ab November folgen zwei weitere Einzelausstellungen zum Jahresthema von Cemile Sahin und Andrzej Steinbach.


Das Jahresprogramm „Romantik“ wird maßgeblich gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.








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