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Kunst für Demokratie im Schloss Bellevue

Bundespräsident Franz Walter Steinmeier hat die Kunstausstellung im Schloss Bellevue neu akzentuiert. Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa


Kunst für Demokratie im Schloss Bellevue 

Welche Kunstwerke und Künstler stehren für die demokratischen und liberalen Wurzeln Deutschlands? Bundespräsident Franz-Walter Steinmeier setzt in Schloss Bellevue neue Schwerpunkte.


Berlin

Mit einigen künstlerisch neu gestalteten Räumen will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die demokratische Rolle seines Berliner Amtssitzes Schloss Bellevue betonen.


«Um die Aussagekraft von Schloss Bellevue als Repräsentationsort der Demokratie noch deutlicher herauszustellen, haben wir einige neue Akzentuierungen vorgenommen, die an die Wurzeln und Verzweigungen der deutschen Aufklärungs-, Freiheits- und Demokratiegeschichte erinnern», sagte Steinmeier bei der Präsentation am Freitag in Berlin.


Neu gestaltet sind zwei Salons im Untergeschoss des Baus im Tiergarten sowie jeweils ein Salon im Obergeschoss sowie im Südflügel. Bereits seit November erinnert ein nach dem Verleger, Demokraten und Freiheitskämpfer Robert Blum (1807-1848) benannter Saal mit Gemälden und Zeichnungen an demokratische Wurzeln im 19. Jahrhundert. Einen Blick auf die Gegenwart wirft weiterhin die Eingangsgalerie mit - im Gegensatz zu den anderen Räumen - immer wieder erneuerter moderner Kunst.


Ein bisher als Damensalon bezeichneter Raum steht nun für die Tradition Berliner Debattiersalons und ist nach Rahel Varnhagen (1771-1833) benannt, an deren Wirken zwei Gemälde und eine Skulptur erinnern. «Der Beitrag jüdischer Gelehrsamkeit und insbesondere der selbstbewusste, ja emanzipierte Beitrag jüdischer Frauen soll künftig auch im Schloss Bellevue dauerhaft zu Hause sein», sagte Steinmeier.


Der frühere Gartensalon ist mit Büsten und Gemälden nun Voltaire (1694-1778) gewidmet. Mit ihm und sinnverwandten deutschen Denkern wird laut Steinmeier erinnert «an einen der einflussreichsten Vordenker der Aufklärung, Gegner des Feudalismus und des Absolutismus, beißender Kritiker aller Arten von Aberglauben - wir würden heute sagen: Verschwörungstheorien -, Kritiker von Unterwürfigkeit, Willkür und Herrschsucht».


Im Südflügel erinnert eine Steinsammlung, Porträts und Schriften an die Arbeit der Brüder Alexander (1769-1859) und Wilhelm von Humboldt (1767-1835). Auch Karl Friedrich Schinkel (1781-1841), laut Steinmeier der «größte und bedeutendste Architekt, den Preußen hervorgebracht hat und der zugleich die preußische Metropole Berlin maßgeblich gestaltet hat», ist ein Raum gewidmet. Das ehemalige Musikzimmer zieren nun neben einer Büste Schinkels seine Entwürfe für bekannte Bauten wie das als Schauspielhaus gebaute Konzerthaus am Gendarmenmarkt, die Friedrichswerdersche Kirche oder die Neue Wache.


Mit der Umgestaltung wurde für Steinmeier «die Zeit der Errichtung von Schloss Bellevue im Jahr 1785 gar nicht so weit verlassen». Die Neuakzentuierung erweitere das Bild um das, was in Deutschland aufklärerisch, freigeistig und fortschrittlich gedacht und getan worden sei. «Diese Erweiterung - darum geht es uns - zeigt zugleich die Wurzeln des europäisch verbundenen, des liberalen und demokratischen Deutschland.»


Räume Schloss Bellevue


© dpa-infocom, dpa:211015-99-610230/4








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