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Ausstellungen

From DYSTOPIA to UTOPIA

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Eine Gruppenausstellung mit den Werken von Drei Deutschen Künstler 

Am Sonntag dem 23.08.2020 fand in der Pashmin Art Gallery eine Vernissage statt. Dort stellten die Künstler Ben Schütze, Sabine Suckrau und Horst Wagner mit ihren Werken aus.


Im Folgenden ein Auszug aus der Rede von der Kuratorin Chenxin Ge.


Mit künstlerischer Fertigkeit gestalten die Künstler dieser Ausstellung, Ben Schütze, Sabine Suckrau und Horst Wagner, ihre einfallsreichen Kunstwelten verschiedener Arten. Die künstlerischen Stile variieren von Symbolismus und Abstraktion bis zu Realismus. Eine Gemeinsamkeit ist aber, dass die drei Künstler mit ihren Werken nicht mehr nur die Weltverdopplung durch die Nachahmung des vor Augen stehenden Diesseits schaffen, sondern eine Suche nach Schönheit bezwecken und unseren Horizont über die dystopische Endgültigkeit hinaus zu einer Zukunft voller neuer Möglichkeiten erweitern.


Die Künstlerin Sabine Suckrau konfrontiert direkt die jetzigen Gegebenheiten. In den Titeln ihrer Werke sowie den bildlichen Elementen selbst erspürt man schon Hinweise auf ihr Repertoire während dieser Zeit der Krise. Mit ihren Bildern gibt sie aber keine eindeutige Definition dieser Zeit, sondern manifestiert eine reflektierende Denkweise, indem sie die Darstellungen der negativen gegenwärtigen Zustände mit den erfreulichen, begeisternden Sinnbildern zusammenbringt. Es ist keine bloße optimistische visionäre Deutelei, die die Kammer der Menschheit missachtet, sondern - wie der Titel eines ihrer Werke - eine Koexistenz von Leiden und Hoffnung. Die symbolischen Figuren, deren Gestalten fast nie zum Ende gebracht werden, schweben zusammen mit frei Abstrakt-Pinsel in einer traumhaften Farbgebung. Die unvollkommene, unbeständige und unvollständige Wabi-Sabi-Ästhetik der beinahe fragmentarischen Eigenschaft ihrer Bildsprache überlässt den Zuschauer einem Zwischenraum für Imagination und schildert eine offene Zukunft.


Ben Schützes Kunstschaffen ist inspiriert von der fantastischen Farbigkeit des gebrauchten Materials. Durch Auftragen und Abtragen der Farben „zerstört“ der Künstler den ursprünglichen Malgrund und erschafft durch Überlappung verschiedener Farbschichten, die sich nach und nach senkrecht zur zweidimensionalen Leinwand ausdehnen, eine neue Wirkung. Außer der Idee der Zerstörung spielt die Idee der Spontaneität auch eine wichtige Rolle in seiner künstlerischen Kreativität. Er arbeitet frei und reagiert impulsiv auf jeden Augenblick. Es handelt sich hier um eine Spontaneität, die das Potential der unzählbaren Möglichkeiten einer Entstehung der neuen Welt beinhält. So verwandelt sich in seiner Kunstwelt der Eisenrost in eine hohe See, das gebrauchte Kupferblatt in Abendröte, beschädigte Struktur der Verwirrung in einen wechselhaften Glitterball, die verschlissene Oberfläche in glänzenden Funkenflug. Basiert auf der Idee der Zerstörung bleibt die Bildfläche von Ben Schütze aber keine zerlegte Ruine. Er dekonstruiert das Zerstörte und erschafft sein eigenes Idyll voller innerer Freude.


Der Erfurter Künstler, Horst Wagner, orientiert sich stilistisch an der Leipziger Schule und erschafft seine Arbeiten mit handwerklichem Können zu gesellschaftlich-kritischen Themen. Seine Bildsprache ist realistisch aber gleichzeitig dramatisch, mit schrulliger Kombination verschiedener phantasievoller Komponenten und ausdrücklichem Sinngehalt. Er benutzt industrielles Fundament, das zusammengebrochen ist und seine innere Struktur aus Stahlbeton zeigt, als Bühne für die Missstände der Gegenwart. Der Hintergrund ist dunstig und monochrom, zeigt keine natürliche oder menschliche Landschaft. Die realistisch gestalteten Menschenfiguren bilden einen Kontrast zu dem albtraumhaften, düsteren Milieu, welches zeigt, dass es sich hier um die Vision einer Welt handelt, eine negative Vollendetheit des Bestehenden, eine Prophezeiung des Verderbens. In seiner Installation mit dem Titel ,,Überbleibsel´´ gibt der Künstler seine charakteristische industrielle Kulisse dreidimensional wieder. Ohne die menschliche Darstellung wird die unheimliche Atmosphäre hervorgehoben. Das gemalte Installationsfundament erscheint wie ein Eingang zu einem unendlichen Absturz. Aber die Weltanschauung Wagners bleibt nicht in dieser dystopischen Vorstellung. Auf der rechten Seite der Installation beobachtet man den Einsatz der weißen Anemonen. Die reine Farbe und die Lebendigkeit des kleinen Gewächses widersprechen der Ausweglosigkeit der gesamten Ausstattung und versinnbildlichen die Hoffnung, die dem Menschen aus der katastrophalen Endgültigkeit leitet. Die Darstellung der Wildpflanzen dient auch auf Wagners Leinwänden als Zeichen der Hoffnung und taucht immer gemeinsam mit Figuren der jungen Generation auf. So ist sein Ölgemälde ,,Träumender´´ auch voller Widersprüche: den wüsten Trümmern gegenüber das wachsende Grün, der Hoffnungslosigkeit der zerstörten Basis gegenüber der zukunftsfrohe Ausblick des Jungen, die virtuelle Hohlheit des Hintergrunds gegenüber der Aufregung in seinem Traumland. Wagner versöhnt nicht mit dem Unversöhnlichen, drückt immer seine Kritik unerbittlich aus. Aber lässt er einen schmalen Raum in seiner Warnung. Einen Raum zu atmen, zu träumen, einen Raum für den Samen der neuen Hoffnung, der aus dem düsteren Boden aufkeimt.


© Chenxin Ge

Pashmin Art Gallery








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