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DIETER FRÜAUFF – EIN MALER IM FARBENRAUSCH

DIETER FRÜAUFF – EIN MALER IM FARBENRAUSCH
Museum Moca-Beijng/China

DIETER FRÜAUFF – EIN MALER IM FARBENRAUSCH
Livepainting, Wedding, 60 X 125, 2017

DIETER FRÜAUFF – EIN MALER IM FARBENRAUSCH

picture on the left: You Tube, Sequences in One, 78 X 59, 2017 picture in the middle: Wedding picture on the right: Zoom in Sequences, 78 X 59,2017

DIETER FRÜAUFF – EIN MALER IM FARBENRAUSCH
Beijng Art-fair

DIETER FRÜAUFF – EIN MALER IM FARBENRAUSCH

DIETER FRÜAUFF – EIN MALER IM FARBENRAUSCH
Panorama, Liverpoolstreet/Blackall street: "Graffiti Street"

DIETER FRÜAUFF – EIN MALER IM FARBENRAUSCH

DIETER FRÜAUFF – EIN MALER IM FARBENRAUSCH
Museum Moca-Beijng/China

Hong Art Museum Chongqing
Chongqing International Exhibition in 2020/ Modern and Contemporary Art/Opening Speech from Wolfgang Rudischhauser

Hong Art Museum
Hong Art Museum/ Chongqing International Exhibition in 2020

Hong Art Museum


DIETER FRÜAUFF – EIN MALER IM FARBENRAUSCH 

Dieter Früauff hat zwei Berufe, die ihm beide einiges abverlangen.


Er ist Ma-nager und Künstler in einem. Beide Berufe, sollte man annehmen, haben zunächst wenig miteinander zu tun, sie gehören ganz verschiedenen Bereichen menschlichen Handelns an. Aber Dieter Früauff vermag beide Tätigkeiten auf eine sehr schöpferische Weise miteinander zu verbinden.


Als Manager muss er viel reisen, zwischen verschiedenen Orten, Ländern und Kulturen. Dieses Unterwegssein nutzt der Maler für seine vielfältigen Impressionen, Improvisationen und Innovationen. Ein sprechendes Beispiel für diese künstlerische Arbeitsweise ist seine Folge von „Live-Paintings“, die während verschiedener Arbeitsbesuche in East London entstanden sind. Sie sind vor dem Hintergrund der wegen ihrer bunten Graffiti berühmten Liverpool Street und der Blackall Street und vor dem Panorama, das sich dem Gast des Hotels Finsbury beim Ausblick aus dem Fenster auftut, erdacht. 


Aber der Künstler malt, das was er mit seinen ei-genen Augen sieht, einen rot erleuchteten Bus oder die berüchtigte Palmbar, nicht einfach ab, sondern er benutzt sie nur als allenfalls durchscheinende Folie für seine abstrakten, fließenden, tanzenden Bildkompositionen. Er verwendet dafür keine Farben aus den Fachgeschäften für Künstlerbedarf, sondern mischt sich seine ureigene Farbpallette selbst zurecht. Er benutzt Tinte, Kohle, Kreide, Kaffee, Fruchtsäfte und mit eigener Hand angerührte Naturfarben.


Er verwendet keine Leinwand, sondern trägt seine Arbeiten auf Papier, Pappe. Zeitungen, Tüten, Bücher oder Schreibblöcke auf, am besten mit einer sichtbaren eigenen Botschaft. Wie jedes gute Kunstwerk ist ein solches Bild vieldeutig. Es wird zum Zeichen, das jeder Betrachter auf seine Weise auslegen kann. So mag man die Impressionen aus East London deuten als ein Sinnbild für die Orientierungs-krise, in der sich Großbritanien nicht erst seit dem Brexit-Streit befindet. Aber man kann aus ihnen auch das Gegenteil herauslesen. Denn die Bilder zeigen auch immer wieder Lichtblitze und Lichtreflexe im Dunkel, die man als Hoffnungszeichen, als erhellende Lichtblicke lesen kann. 

Auf was für einer Kunsthochschule haben Sie solche Kunstfertigkeiten gelernt, frage ich Dieter Früauff. Mein Gesprächspartner schmunzelt. „Zuhause, in der Elternschule. Meine Eltern und meine Lehrer in der Grundschule haben schon ziemlich früh meine Begeisterung fürs Zeichnen und Malen entdeckt. Eines guten Tages bekam ich von meinem Vater einen Schreibblock geschenkt. Ich habe mich sofort an die Arbeit gemacht, und innerhalb eines Tages war der ganze Block vollgemalt. Am nächsten Tag bat ich um einen neuen Block. Der kostete damals 1.10 DM, und das war für unsere Verhältnisse am Beginn der Sechzigerjahre des Guten zu viel. Und so ersann und erfand ich mir Alternativen. Ich suchte mir Zeitungen, Tüten, Tücher, Pappe und Packpapier, um darauf meine Spuren zu hinterlassen. Kein unbeschriebenes Blatt war vor meinen Händen sicher. Meine ersten Aufträge als Künstler habe ich von meiner Oma bekommen. Sie bat mich um ausgefallene Muster und förderte damit meine Phantasie und meinen künstlerischen Ehrgeiz.

Ich bin bei aller Weltoffenheit sehr von meiner Heimat und Herkunft geprägt. Ich stamme aus Rheinhessen, einer landschaftlich schönen Gegend, die zudem von einem liebenswerten und lebensfrohen Menschenschlag bewohnt wird. Ganz in der Nähe von meinem Geburtshaus fließt der Rhein, und das vorbeifließende und strömende Wasser hat mich von Kind an in den Bann gezogen. Vielleicht kommt daher meine künstlerische Vorliebe für ineinander verfließende Formen und Farben.“

Dieter Früauff hat jedoch keine Kunsthochschule besucht, sondern ein Fach studiert, das nach Ansicht seiner Eltern mehr Aussichten auf ein gesichertes Einkommen bot: Management. Er hat hauptsächlich in England studiert und hat sein Studium mit einer Promotion in Liverpool abgeschlossen. In dieser Zeit entstanden auch seine ersten für ihn typischen Bildwerke, etwa eine auf eine Börsenzeitung aufgetragene Ansicht des lärmenden und verrauchten Hafens von Liverpool. 

Seit zwanzig Jahren ist Dieter Früauff in führender Position in Management des Frankfurter Flughafens tätig, an einem Arbeitsplatz, an dem man wie kaum an einem anderen Ort in Deutschland die geballte Macht des Kapitals hören, sehen und riechen kann. Aber den Manager ficht diese Umgebung nicht an. Sogar dort kann ihn die Muse küssen. Sobald es seine Arbeitszeit erlaubt, zieht er sich in sein Atelier in der Nähe von Mainz zurück, um dort seinen Kompositionen ihre Gestalt zu geben.

In seinen beiden Studios hat er in jedem drei oder vier Arbeitsplätze, an denen in seiner Tröpfchentechnik bis zu sieben Projekte gleichzeitig erstellt werden. Die Kunstwerke entstehen in „aufeinanderfolgenden“ Arbeitsschritten.

Die erste, unterste Ebene basiert in der Regel auf einer direkten Interaktion, meistens als live painting. Danach werden die verschiedensten Materialien aufgetragen: Zeitungsauschnitte, Chinapapier, Fotos, Flugblätter, Werbezettel und andere Fundstücke.

Ihre endgültige Gestalt erhalten sie durch den tröpfchenweisen Auftrag unterschiedlicher Farbmixturen und -tinkturen, und dieser Prozess kann sich über Wochen und Monate erstrecken. Zeitungen finden immer wieder Verwendung – als Folie, als Unter- oder Hintergrund. Dieter Früauff schlachtet täglich drei Zeitungen aus: Die Financial Times, DIE ZEIT und die FAZ. Dabei geht es ihm kaum um die politischen und wirtschaftlichen Nachrichten, sondern um ästhetische Anreize und Überraschungseffekte. So haben ihn die vielen Ostereier in einer Ausgabe zum Osterfest zu einem Farbenspiel in den österlichen Grundfarben rot, gelb, blau und grün inspiriert. Das spielerische Moment ist bei diesem Herstellungsverfahren unverkennbar.

Unabhängig von ihrer Aussage im Einzelnen strahlen die bunt schillernden Werke von Dieter Früauff Lebensfreude, Heiterkeit und Optimismus aus. Das macht sie gerade in Krisenzeiten wie diesen doppelt kostbar. 

Auf der Suche nach Impulsen und Inspirationen geht der Künstler gern ins Theater, er besucht Rock- und Popfestivals und beteiligt sich an Tanz- oder auch Sportveranstaltungen. Ihn faszinieren die schnellen Bewegungen der Menschen, und er hält seine unmittelbaren und spontanen Eindrücke noch vor Ort in live paintings fest. Diese Unmittelbarkeit ist sein künstlerisches Alleinstellungsmerkmal. Sie verleihen dem Augenblick Dauer, als wollte er Goethes Maxime ins Bild übertragen: „Wenn Du zum Augenblick kannst sagen:/ Verbleibe doch, du bist so schön! /Dann kann sie Spur von Deinen Erdentagen nicht in Äonen untergehen.“


Peter Schütt








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