11 Aug 2008

TRAUM VOM SÜDEN. DIE NIEDERLÄNDER MALEN ITALIEN

11.04– 12.10.2008, Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz

Das Museum der zeitgenössischen Kunst in Vaduz zeigt regelmässig eine Sonderausstellung aus den Privaten Sammlungen des Fürsten von Liechtenstein und spannt somit den Bogen zur Welt der Alten Meister. Viele Künstler aus dem Norden Europas blickten seit der Renaissance sehnsuchtsvoll nach Italien – dem Land der Antike, der Wärme und des goldenen Lichts. „Der Traum vom Süden“ zeigt, wie die flämischen und holländischen Maler, die sich im 17. Jahrhundert Richtung Süden aufmachten, mit vom Sonnenlicht durchtränkten Landschaftsbildern zurückkehrten.

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Pieter Mulier d. J. (1637 – 1701), nächtliche Flusslandschaft

Das künstlerische Phänomen ist noch wenig bekannt: Eine grosse Zahl flämischer und holländischer Maler ist im 17. Jahrhundert nach Italien gereist, um das Licht des Südens in ihre Bilder zu holen. Mit neuen Ideen für vom Licht durchflutete, sonnige Landschaften kehrten sie nach Hause zurück und malten, wieder im Trüben, auch ihre heimatlichen Landschaften in sonnigen Farben. Das niederländi-sche Publikum liebte solche „italianisanten“ Landschaften sehr, entsprechend gefragt waren die Wer-ke auf den Kunstmärkten des 17. Jahrhunderts.

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: Nicolaes Berchem (1621/22 - 1683), Landschaft mit Brunnen

Die Ausstellung widmet sich der Entdeckung der Antike, der Entstehung der Lichtmalerei, den Land-schaften der Götter, der italienischen Ideallandschaft aus holländischer Sicht, den Hinterhöfen der Ewigen Stadt sowie Hafenbildern und Küstenlandschaften als Spiegel der Sehnsucht nach der Ferne und letztlich den klassizistisch-pathetischen Tendenzen in der italianisanten Landschaftsmalerei. Zu sehen sind die unverbaute Engelsburg in freiem Feld, das noch nicht ausgegrabene Forum Romanum als Kuhweide, Grüppchen von Reisenden vor zauberhaften italienischen Landschaften, Anekdoten und Alltagsszenen aus den ärmlichen Hinterhöfen Roms zu dieser Zeit, friedvolle Hirten im goldenen Abendlicht und Ausblicke voller Fernweh auf südliche Hafenszenen.

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: Cornelis van Peolenburch (1594/95 – 1667), Apoll und Koronis

„Der Traum vom Süden“ ist eine Ausstellung der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste und des Liechtenstein Museum Wien im Rahmen der Private Art Collections, kuratiert von Dr. Renate Trnek, Direktorin der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste.