Die Welt der konkret-konzeptuellen Kunst
Die Galerie Dr. Dorothea van der Koelen mit Stammsitz in Mainz und einer Außenstelle in Venedig kann im nächsten Jahr auf eine dreißigjährige Geschichte zurückblicken. Im Oktober 1979 gründete die engagierte Kunsthistorikerin, Verlegerin, Kuratorin und Galeristen das Unternehmen. Ohne falsche Kompromisse fördert die Galerie seither Kunst, die sich durch hohe technische Qualität, hohes Niveau und vor allem durch die gelungene Verbindung zwischen sinnlicher Ausstrahlung und intellektuellem Anspruch auszeichnet. Konkret-Konzeptuell-Konstruktiv lautet das Schlagwort, das über dem Programm der Galerie steht. Innerhalb dieses weit und keinesfalls dogmatisch gefassten Kunstbegriffes sind sehr viele Spielarten des Kunstschaffens möglich, wie sie sich seit der Nachkriegszeit weltweit entwickelt haben.

Aus einem qualitativ hochwertigen Programm mit unterschiedlichen Facetten aus jenem Bereich der Kunst bestand bereits zu Anfang das Startkapital. Im Laufe der Jahre hat sich das Profil weiter geschärft, sodass die Galerie von Dr. Dorothea van der Koelen heute eine Spitzenstellung in der europäischen Galerienlandschaft einnimmt. Diese Spitzenstellung wird letztendlich durch die Künstler gerechtfertigt, mit denen die Galeristin seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Künstler wie der baskische Bildhauer Eduardo Chillida (1924-2002), über dessen Schaffen Dr. Dorothea van der Koelen mehrere Monographien herausgebracht hat, dokumentieren die Kompetenz, die in den drei Jahrzehnten kuratorischer und kunstwissenschaftlicher Tätigkeit erworben wurde.
Die Festlegung auf die konkret-konzeptuelle Kunst macht das Programm der Galerie vielseitig und international. Seit der Gründung war sie auf großen Kunstmessen vertreten. Die Entwicklung der künstlerischen Arbeiten von Lore Bert, Günther Uecker, Raimund Gircke, Fabrizio Plessi und Karl-Heinz Adler ist auf Kunstmessen wie der Art Cologne, der Cologne Fine Art, der Art Karlsruhe sowie auf der Arte Fiera in Bologna und auf der Art in Shanghai immer zeitnah zu verfolgen, wenn man den Stand der Galerie Dr. Dorothea van der Koelen besucht.
Im Jahr 2002 erfüllte sich die Galeristin einen lange geträumten Traum. Sie organisierte im Art Museum von Sharjah, einem der arabischen Emirate am Persischen Golf, eine Sonderausstellung mit dem Titel: “Wasser-Sand-Weite”. Mit diesem Projekt betrat Dr. Dorothea van der Koelen Neuland, denn bisher hatte eine Präsentation europäischer Kunst in diesem Ausmaß in der arabischen Welt noch nicht stattgefunden. Belohnt wurde dieses Geschenk nicht zuletzt durch eine Gegengabe auf der diesjährigen Art Karlsruhe im März, wo die Sonderausstellung “Kunst und Kultur aus dem Emirat Sharjah “ zu sehen war.

Dr. Dorothea van der Koelen zeigte in Karlsruhe gleich mehrere Sonderausstellungen an ihrem Messestand, die belegten wie breit das Spektrum der konstruktiv-konkreten Kunst tatsächlich ist. So präsentierte sie neben den filigranen Installationen aus blütenweißen Papier von Lore Bert mit Karl-Heinz Adler einen der wichtigsten konkreten Künstler der ehemaligen DDR. Er prägte bereits in den sechziger Jahren das Prinzip der Formung und der Reihung und machte in seinen seriell angelegten Arbeiten das Prinzip der Zerstörung und des Neubeginns für den Betrachter erlebbar. In Adlers Werken spiegelt sich die menschliche Suche nach Ordnung der Welt. Durch das Neben- und Übereinander lasierender Farbschichten über einer lockeren Grundierung entstehen facettenreiche Farbfelder. Sinnliches und Konkretes, Bewegung und Statik, Farbe und Linie gehen ineinander über. Karl-Heinz Adlers Schaffen ist der lebendige Beweis dafür, dass die konkret-konzeptuelle Kunst keine rein intellektuelle Angelegenheit ist, sondern sehr wohl sinnliche Reize ausstrahlen kann.
Der 1958 geborene Bildhauer Martin Willing verkörpert die jüngere Generation der Konzeptuellen. Schon früh experimentierte er mit dem Magnetismus. Seine Arbeiten drehen sich um das Phänomen des Gleichgewichtes. Durch Elektromotoren machte er seine Skulpturen beweglich. Durch die minutiöse Berechnung der Energiezufuhr versetzt er seine Objekte in einen Schwebezustand zwischen Ruhe und Bewegung, der in der Kunst mit anderen Mitteln so schwer darstellbar ist.
In den Arbeiten Michel Verjux gibt es Licht. Er selbst zieht es vor, nicht von Licht, sondern von Beleuchtung zu sprechen. Etwas zu erleuchten bedeutet für ihn immer auch, etwas zu zeigen, den Blick also auf einen bestimmten Zusammenhang zu lenken. Dabei spielen verschiedenste Komponenten zusammen: Farbe, Material, Form oder Raum. Durch seine Lichtkonzepte, die sowohl in Innenräumen als auch an Fassaden wirksam sind, gibt er den so beleuchteten Zusammenhängen einen bis dahin nicht vorhandenen, im künstlerischen Kontext erscheinenden neuen Sinn.
Licht, Form, Struktur, Bewegung und Ruhe, Rhythmus und Raum sind Themen, an denen konkret-konzeptuell orientierte Künstler arbeiten. Sie beziehen diese Grundkonstanten unserer Realitätswahrnehmung mit ihren Strategien in einen neuen, künstlerischen Kontext ein und stellen so erstaunliche Zusammenhänge her, die uns in die Lage versetzen, die Welt oder besser unsere Wahrnehmung der Welt in einem neuen Licht zu sehen und zu hinterfragen. Die Galerie Dr. Dorothea van der Koelen hat hier ein unerschöpfliches Reservoir interessanter und verblüffender Beispiele aus dem Kontext dieser überaus facettenreichen Kunstrichtung.
Kontakt: Galerie Dorothea van der Koelen, Hinter der Kapelle 54, D-55128 Mainz Tel.: +49 6131 3 46 64, Fax: +49 6131 3690 76 galerie@vanderkoelen.de www.galerie.vanderkoelen.de
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