Lucio Vitale
Luvit, geboren 1939 als Lucio Vitale in Rom, ist ein italienischer Künstler. Er ist Autodidakt und liebte es schon in Kindertagen zu zeichnen und Objekte bildlich darzustellen. Sein echtes Interesse an Malerei entstand zwischen den 60ger und 70ger Jahren, als er für die Galerie „Galleria d’Arte 70“ in Messina zusammen mit Vincenzo Celi gearbeitet hat. Doch den Weg als professioneller Künstler schlug er erst 1980 ein, als er in seine Heimatstadt Rom zurückkehrte. Dort studierte und perfektionierte er seine Kunst in dem Kunststudio von Ninni Verga. Zwischen 1980 und 1990 experimentierte er mit den klassischen pittoresken Techniken wie Öl-, Aquarell- und Acryl-Malerei. Seit 1996 ist Lucio Vitale besser bekannt unter dem Künstlernamen Luvit. Die Erneuerung seines Namens verlief parallel zu der Erneuerung seines Stils. Er beginnt, Methacryl zu gebrauchen, dem er heutzutage vollständig und hingebungsvoll zugetan ist. Dieses Material ist perfekt für Luvits Design und seinen Stil, seitdem er jegliches traditionelles Konzept für Malerei verworfen hat. Er bemalt die Rückseite von Plexiglass um den Sinneseindruck zu kreieren, dass man durch ein unmerkliches Material blickt. Er spielt mit der Virtualität der Bilder; er möchte die Fantasie und die Vorstellungskraft fördern. Kunstexperten bezeichnen seine Kunst als etwas Neues, Einzigartiges und Zeitgenössisches, angefüllt mit künstlerischen und intellektuellen Inhalten. Einige seiner Werke sind bereichert durch elektronische, geräuschempfindliche Stromkreise, die es dem Betrachter Möglich machen, mit dem Bild zu interagieren; einige von ihnen sind überfüllt mit Lichtern, das den Sinneseindruck der Interaktion erzeugt und die Statik des Kunstwerks überschreitet. In den Jahren zwischen 2001 und 2003 lebte Luvit in der Schweiz, wo er mit seiner Suche nach dem „infinitly small“ begann. Er stellte über 100 Kunstwerke in der Ausstellung „Microcosmo“ in Lausanne aus, damit ist Luvit einer der produktivsten Vertreter der digitalen Kunst. 2003 gründete er mit seinen Töchtern das Portal „Gheoart“, welches auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen soll. Inzwischen lebt er in der italienischen Toskana. Seine Werke wurden bereits in den USA, in England, Deutschland, Frankreich, Spanien, der Schweiz und natürlich in Italien ausgestellt.
Die hier zu sehenden 25 Werke sind Teil der „Fractalia“ Kollektion, dessen Konzept wie folg beschrieben wird: Der Mathematiker Mandelbrot prägte den Begriff „fratta“, den er von dem lateinischen Wort „fractus“ ableitete; bezeichnet ein Teilgebiet der Mathematik, das sich mit den geometrischen Eigenschaften von Objekten beschäftigt, die eine hohe Selbstähnlichkeit aufweisen. Während in der euklidischen Geometrie nur ganzzahlige Dimensionen vorkommen, können bei solchen Körpern oder Mengen auch reelle Dimensionen vorkommen. In der Natur findet man Fraktale in der menschlichen DNS oder dem genetischen Code. Die DNS ist die Saat die seit Billionen von Jahren auf der Erde befindet und die Billionen von Lebewesen Leben schenkt. Die DNS ist klarer Zeuge dieser Einheit von Leben und der ewigen Kraft, die sich mit allen Zeiten und allen Organismen vereinigt. In der Psychologie gibt es den Begriff „fratta them of the spirit“ oder wie Luvit ihn definiert: die Seele ist ein großes Gefäß in welches wir unsere Emotionen transferieren, die dann in Poesie, Musik und visueller Kunst ausgeführt werden. Luvit produziert die Fraktale als Hintergrundbild als Basis für seine Konstruktion des Werks, welches er adaptiert zu dem kreativen Plan. Wieder einmal wird das digitale Instrument, welches ein Diener der Zeit ist, in der die Künstler leben, um die absolute zeitgenössische Kunst auszudrücken, zu Leinen und Malpalette um eine kreative Kraft zu befreien und Zeitzeugen für morgen zu erschaffen.



